Bau des Diabolo

 

Fast alle Boote in der heutigen Diaboloflotte sind Selbstbauten. Diese Möglichkeit war eine der wesentlichen Vorgaben für die Konstruktion, um einen preiswerten Einstieg in diese Klasse, bzw. das Wandersegeln insgesamt zu ermöglichen. Einige Schiffe sind reine Werftbauten und die Firma Gruben Bootsbau fertigt für Interessierte Ausbauschalen in Kunststoff. Auch eine Teilfertigung durch einen Bootsbauer ist denkbar.

 

Ein wesentlicher Vorteil der Bauweise liegt in der besonders unkomplizierten Herstellung der Rumpf

 

schale. Diese läßt sich auch ohne große Vorkenntnisse bereits nach wenigen Arbeitstagen fertigstellen. Man hat sehr schnell Erfolgserlebnisse beim Bau, sieht früh, wie das Boot aussehen wird und nicht zuletzt liegt hier ein wesentliches Einsparpotential. Dabei ist das Risiko relativ gering.

 

Das Bauverfahren

 

"Nähen und Kleben" charakterisiert deutlich die wesentlichen Arbeitsschritte, die diese Bauweise auszeichnen. Kurz gesagt werden Sperrholzplatten vorgesägt und durch das Verbinden dieser zweidimensionalen Plattensegmente an ihren Kanten ergibt sich die dreidimensionale Form der Rumpfschale ähnlich wie bei einem Papierbastelbogen.

 

Verbunden werden die Rumpfplatten zuerst provisorisch durch Vernähen mit Draht und dann endgültig durch Verkleben mit mit Kunstharz getränkten Glasfaserbändern.

 

Das Verfahren wurde erst durch die Entwicklung leistungsfähiger Epoxiharze ermöglicht, die zum Kleben und Beschichten eingesetzt werden und ist noch relativ jung. Es wird auch so gut wie nicht professionell, sondern überwiegend im Selbstbau angewandt. Dies mag erklären, warum es bei uns noch nicht allzu verbreitet ist, obwohl man schon seit über 25 Jahren gute Erfahrungen mit dieser Bauweise gemacht hat.

 

Die Methode ist prädestiniert für echte Leichtbauten und steht beim Verhältnis Festigkeit/Gewicht bzw. Steifigkeit/Gewicht modernen Sandwichkonstruktionen in nichts nach, es ist aber deutlich dauerhafter. Dieser Gewichtsvorteil kompensiert den Nachteil, daß der Werkstoff Sperrholz im Wesentlichen auf (Multi-) Knickspanter beschränkt bleibt, die allerdings die bessere Gleitform haben.

 

Dabei sind diese Rümpfe pflegeleichter als Kunststoffschalen, da man sie mit dem härteren, kratzfesten Zweikomponentenharzen lackieren kann. Anders als Vollholz, arbeitet ein Sperrholzrumpf nicht und ist dauerhaft wasserdicht. Er ist Langlebig und braucht im Frühjahr nur gewachst und poliert zu werden. Jedoch sollten kleine Schäden bald beigearbeitet werden, damit kein Wasser ins Holz eindringen kann. Nach 6 bis 8 Jahren zieht man den Rumpf ab, schleift und lackiert die Oberflächen neu und alles erstrahlt wieder im gewohnten Glanz.

 

Ein weiterer Vorzug des Bauverfahrens besteht darin, daß keine aufwendigen Formen, Mallen oder Baugestelle n

 

otwendig sind und die Werkstoffe optimal ausgenutzt werden. Außerdem reduzieren sich unangenehme Arbeiten wie Zupassen von Planken, Straken und Schleifen. Dabei sind die Risiken, ein unzureichendes oder zumindest amateurhaftes Ergebnis zu produzieren deutlich geringer als bei anderen Methoden.

 

Wesentliche Bauschritte

 

  • Schäften der Decks- und Rumpfplatten
  • Aufreißen von Deck und Rumpf
  • Zusammennähen der Rumpfplanken
  • Verkleben der Nähte
  • Aussteifen der Schale
  • Verstärken und Auflegen des Decks
  • Einpassen der Schotten und Innenausbau
  • Schwertkasten, Cockpit, Kojen
  • Kajütaufbau
  • Lackieren, Ausrüsten, Probesegeln...

 

Support

 

Zum Selbstbau liefert der Konstrukteur ausführliche Baupläne, sowie ein reich illustriertes Baubuch, das alle wesentlichen Schritte beschreibt. Darüber hinaus gibt es eine ausführliche Bauanleitung zum Download auf der Seite von Frank und Katharina Esser. Die markierten Links zeigen jeweils Beispiele, bzw. Auszüge aus den genannten Unterlagen.

 

Weiterhin stehen sowohl der Konstrukteur, als auch Mitglieder der Klassenvereinigung für telefonische Bauberatung gern zur Verfügung.

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