Dem interessierten Leser dürfte bekannt sein, wie zwei Sperrholzplatten zusammengeklebt werden. Daher möchte ich nicht zu sehr auf die prinzipielle Bauweise eingehen, sondern eher erläutern, was an die gegebenen Randbedingungen beim Bau und an die eigenen Vorstellungen angepasst wurde.

Die neu überarbeitete Homepage der Diabolo-Klassenvereinigung gab außerdem den Anlass, auch noch ein paar Worte über die nachträglich durchgeführten Optimierungen hinzuzufügen. Das meiste hat sich als zweckmäßig herausgestellt, aber manches man weiß eben erst nach den ersten Törns.

Planung und Beschaffung 


Die Sperrholzbeschaffung erwies sich als unerwartet umständlich. Alle Holzhändler in der Nähe habe kein Bootsbausperrholz, sondern nur normales AW100-Sperrholz, raten aber selbst davon ab, dies für den Bootsbau zu verwenden. Die nächste Möglichkeit wäre die Fa. Merk in München. Dort gefällt mir jedoch die für den Preis angebotene Qualität nicht so recht. Telefongespräche mit Fa. Liekmeyer klingen ganz vielversprechend. Leider (oder zum Glück?) bleibt es dabei; ein Angebot folgt nie. Aber eine Bootswerft am Bodensee hilft weiter. Der Bootsbauer bestellt meinen Bedarf bei Sommerfeld & Thiele mit und ich kann das Holz wenig später dort abholen. Es ist mit anteiligen Frachtkosten sogar ein paar Euro billiger als bei Selbstabholung in Hamburg und ich bekomme genau, was ich mir vorgestellt habe.

Damit soll das Boot also so aussehen:

Schwert in Birkensperrholz AW100. durch die komplette Umhüllung mit GFE ist das unkritisch und es ist bei guter Festigkeit relativ preisgünstig.

Zwecks einfacher Reparaturmöglichkeit bzw. geringerer Innenraumerwärmung werden Rumpfaußenseite und Kajütdach weiß. Hiefür und für alle nicht außen sichtbaren Bauteile wird Bootsbausperrholz in Okoume-Schälfurnier eingesetzt.

Deck, Cockpitboden usw. werden 8mm-Sperrholz mit 2,5mm Teakdeckfurnier, die anderen sichtbaren Holzflächen Sapeli-Messerfurnier ausgeführt.

Da das Boot eher als Fahrtenboot benutzt werden soll, wird es in geringer Abweichung vom Originalbauplan möglichst viel Staumöglichkeiten und eine etwas geräumigere Kajüte bekommen.

    

So ähnlich soll’s mal aussehen

Der Bau findet in meiner Garage statt. Sie bietet gerade genug Platz um an den Bootslängsseiten noch arbeiten zu können. Um dies zu erleichtern habe ich mir einen Hellingswagen mit vier Lenkrollen gebaut, mit dem das Boot in allen Richtungen verschoben und zum Umdrehen aus der Garage gerollt werden kann. Zwischen dem Bootsheck und der Werkbank bleibt noch Platz um auf dem Boden die Holzteile auszusägen. Solange die Platten noch groß sind, reichen sie dabei unter das auskragende Heck hinunter. Die Garage lässt sich mehr schlecht als recht mit Heizlüftern beheizen. Außerdem steht noch ein kleinerer, heizbarer Raum zur Verfügung, der aber nur über Treppenstufen und eine normale Tür zugänglich ist.

Daraus ergab sich folgender Bauablauf:

-          Anfertigung des Ballastschwerts. Dazu kann ein Teil der Garage abgeteilt und besser geheizt werden. Außerdem ist nur dort die Handhabung des schweren Teils mit Flaschenzug und Rollwagen möglich.

-          Danach wird im Nebenraum der Schwertkasten gebaut.

-          Sobald die Temperaturen es zulassen Schäften der Rumpfplatten und Beginn des Rumpfbaus

-          Bis es wieder kälter wird, möchte ich den Rohbau der Kajüte fertig haben. Dann können über den Winter Holz- und Ausrüstungsarbeiten durchgeführt werden, die nicht temperaturkritisch sind oder bei denen diese Arbeitsgänge an den Bauteilen im Nebenraum durchgeführt werden können. Wenn mehr zusammengekommen ist, kann auch mal die Garage eingeheizt werden.

-          Sobald es im nächsten Frühjahr wieder wärmer wird, kann dann der Bau ohne solche Behinderungen in die Endphase treten.

               

 Mein Bauplatz in seiner ganzen Größe

(rechts das geöffnete Fenster; der Fotograf steht bereits in Garten)

Wenn alles planmäßig klappt und keine beruflichen oder privaten Umstände die zur Verfügung stehende Zeit unerwartet einschränken, müsste das Boot rechtzeitig zum Jahrestörn 2005 benutzbar sein. Ich möchte mich aber jetzt noch nicht festlegen, ob ich es dann als „fertig“ bezeichnen würde. Wahrscheinlich wird dieser Zustand ohnehin nie erreicht werden.



Ballastschwert

 

Im Herbst 2003 habe ich den Bleiballast gegossen und im Weihnachtsurlaub das Schwert angefertigt.

Der Ballast ist wie im Bauplan angegeben in einem Schwertausschnitt verschraubt und besteht aus mehreren einzelnen Barren. Dazu habe ich ein Positiv-Holzmodell aus Holz angefertigt und in einem Formkasten mit Gips die Form hergestellt. Pro Form ließen sich jeweils 3 Barren gießen, so dass mit 3 Gipsfüllungen die nötige Ballastmasse gegossen werden konnte. Die für einen Abguss nötige Bleimenge ließ sich gerade noch auf meinem Coleman-Campingbenzinkocher schmelzen. Dabei war weniger die Bennerleistung die Grenze als eher die Festigkeit der Kochtopfstützen. Um einen einigermaßen zügigen Fortschritt zu erreichen, konnte ich dem Gips jeweils nicht viel Zeit zum Austrocknen lassen. Dadurch wurde später das Gussgefüge recht porös. Gegenüber dem berechneten Gewicht fielen die Barren etwa 5-10% leichter aus, was aber leicht durch eine entsprechend größere Gesamthöhe ausgeglichen werden konnte. Weil die Bohrungen für die Stehbolzen in dem weichen Blei sehr stark verliefen, musste Der Ballastblock an einigen Stellen mit dem Winkelschleifer nachgearbeitet werden. Dadurch verringerte sich das Gussgewicht von 96 kg um etwa 2-3 kg.

Der Schwertkasten wurde innen vor dem Lackieren mit einer Lage GFE beschichtet. Außerdem sind die Gleitflächen, wie auch am Schwert selbst, mit Niroblechsegmenten beschlagen.


Rumpf


Beim Schäften der Rumpfplatten habe ich zusätzlich zur Verklebung noch auf jeder Seite einen Glasgewebestreifen eingelassen. Hierzu wurde wie auch an den Außenseiten der späteren Kimm- und Kielkanten mit dem Elektrohobel eine entsprechender Streifen 0,5 mm tief abgehobelt damit die gewebeverstärkten Bereiche wieder bündig mit der übrigen Sperrholzfläche werden.

Beim Zusammenheften war ich erstaunt, wir gut die Teile zusammenpassten und sich die gewünschte  Form praktisch von selbst ergab. Das Ausrichten war entsprechend problemlos.

Da die Außenhaut wie gesagt weiß werden soll und außerdem noch eine Beschichtung des Rumpfes mit einer Lage GFE vorgesehen ist, habe ich wo es später nicht sichtbar ist die Bauteilfixierung nicht kompliziert mit Schraubzwingen o. ä. gemacht, sondern einfach mit Schrauben. Dazu verwendete ich Niro-Kreuzschlitzschrauben, dann können sie auch drinbleiben. Zwischenzeitlich sah der Rumpf aus, als hätte er eine Schrotladung abbekommen. Ich habe später insgesamt 536 Löcher gezählt. Trotzdem bin ich überzeugt, dass das Boot schwimmen wird.

Nach dem bekannt zeitaufwändigen Einpassen aller Spanten und sonstiger Verstärkungen konnte dann endlich bald nach meiner Rückkehr aus Caputh das Deck aufgesetzt werden. An der Deckskante wurden die Platte mit Leisten verschraubt und an den Innenkanten mit Schraubzwingen fixiert. Die Verklebungen unter den Flächen wurden mit einer flächendeckenden Belastung aus Saft- und Weinflaschen angedrückt. Damit ließen sich pro Plattensegment problemlos weit über 100 Kg Andruckkraft erzeugen. Ich habe allerdings keinen Rotwein verwendet, damit das Teakdeck nicht schon vor dem Stapellauf bei Glasbruch dem Risiko von Weinflecken ausgesetzt ist.

                

Verkleben der hinteren Decksplatten

Um beim Einwassern und für Reparaturarbeiten am Rumpf möglichst unabhängig zu sein, erhielt der Rumpf vier stabil verankerte, feste Kran-Ösen. Die Garage wird parallel zum Bootsbau mit einer  entsprechenden Hebe- und Aufhängevorrichtung ausgerüstet.


Außenhaut

Nach dem Umdrehen wurden die Rumpfkanten verrundet und mit Glasgewebestreifen außen verstärkt. Der Kielstummel erhielt an der Vorderkante und der Unterseite zusätzlich eine Schutzplatte aus 1,5mm Niroblech. Danach wurde das Ganze komplett mit einer Lage 163g-Glasgewebe überzogen. Trotz aller Sorgfalt, ließen sich leider dabei einige Wellen und Unebenheiten nicht vermeiden. Da ich nicht beim Verschleifen die halbe Schutzschicht wieder entfernen wollte, blieb die Oberfläche leider stellenweise etwas uneben. Nach der 4-maligen Lackierung ist das zwar noch deutlich sichtbar, aber aus einiger Entfernung ist es akzeptabel. Dann sieht man auch Staubpartikel usw. nicht mehr. So gesehen ist die Oberfläche ok, nur meine Werkstatt ist zu klein für den nötigen Betrachtungsabstand. Irgendwann, wenn die ersten Gebrauchsspuren dazugekommen muss der Anstrich sowieso mal erneuert werden. Da kann ich die Seitenflächen nochmal schleifen. Wenn ich dann beim Anstreichen über Kopf arbeite, dürfte auch das Staubproblem weitgehend entschärft sein.

             

Stummelkiel mit Metallverstärkung

Weiterarbeit

 

Der nächste Schritt ist jetzt, so bald wie möglich die Bootsumdrehmannschaft wieder zusammenzutrommeln, damit der Bau weitergehen kann. Außerdem hoffe ich, damit mein Boot das letzte Mal kieloben gesehen zu haben.

Am letzten Freitag brachte der Paketdienst die Segel und heute habe ich den Baum und die abgelängte Verstagung abgeholt. Es fehlt jetzt nichts Wesentliches mehr.

Cockpitausbau


Unter den Cockpitbänken befindet sich Stauraum, der durch Klappen in den Cockpitseitenwänden zugänglich ist. So bleibt zwar alles bis zum inneren Decksrand geschlossen, aber vom Cockpit her kann Wasser in den Stauraum gelangen. Daher bekommen auch die Staufächer einen Boden in Höhe des Cockpitbodens und entsprechende Wasserablauföffnungen. Damit bleibt für den Sicherheitsauftrieb noch das gesamte Volumen unterhalb der Bodenhöhe. Da die meisten Diabolo-Eigner, die den Sitzbankbereich ursprünglich geschlossen ausgeführt hatten, offenbar aus Stauraummangel die Seitenwände nachträglich wieder aufgesägt haben, scheint es wohl zu reichen. 

Der Boden aus 8mm Sperrholz hat mit der Auflage auf dem Mittelträger und jeweils rechts und links einer Längsauflage zwischen den 0,5m entfernt stehenden Spanten nicht das gewünschte solide „Trittgefühl“. Daher ziehe ich längs nochmals vier weitere Leisten ein. Generell soll diese Liegefläche zum Sonnenbaden frei bleiben und alle störenden Bauteile wie Traveller und Ausreitgurte werden ohne Werkzeug abnehmbar sein. Für solche eher faulen Segeltage ist am Hinterende des Schwertkastens ein alternativer Befestigungspunkt für die Großschot vorhanden.

Backskiste


Die Backskiste ist durch die um knapp 10cm verlängerte Kajüte etwas kürzer als im Plan. Um das Volumen wiederzugewinnen ist sie dafür bis zur Decksebene hochgezogen. Darin findet die Alko-Winde fürs Schwert sowie der Benzinvorrat Platz. Außerdem sind die Kistenabmessungen so gewählt, dass dort außerdem das kleinste handelsübliche Chemieklo aufbewahrt werden kann (zumindest nach Prospektabmessungen). Wer weiß, was in Zukunft so alles vorgeschrieben sein wird.

Kajüte


Um die Wohnlichkeit zu verbessern wurde die Kajüte etwas größer ausgelegt. Damit das Ganze trotzdem noch einigermaßen gefällig aussieht, habe ich versucht, den Aufbau optisch durch eine Art „Doppelknickspantquerschnitt“ nicht so kantig aussehen zu lassen und durch zwei längliche Fenster optisch zu strecken. Allerdings macht die Kajüte damit auch erheblich mehr Arbeit. Die Fenster sind außen bündig eingesetzt und mit Niro-Rahmen eingefasst, wie ich es voriges Jahr am Boot von Hans gesehen habe. Um bei dieser Konstruktion den möglichen Wasserdruck auf die Scheibenfläche oder einen unabsichtlichen Fußtritt abzufangen muss mit entsprechenden Distanzrahmen innen noch mal ein Metallrahmen gegengeschraubt werden. Alles ziemlich aufwändig, und ich weiß nicht, ob ich es noch mal so machen würde. Jedenfalls sehen die Wandlinie folgenden Fenster nicht schlecht aus. Der Datensatz, nachdem die Rahmen lasergeschnitten wurden, entstand bei der Kajütkonstruktion ohne viel Mehraufwand. Die Fenstergröße wurde so gewählt, dass der vordere Rahmen materialsparend in die Innenfläche des hinteren passt. So bleibt es noch bezahlbar und der Schnittabfall im Inneren des kleinen Rahmens hat noch für den Bugbeschlag sonst ein paar Kleinigkeiten gereicht.

Die Niedergangsöffnung wird oben mit einem Klapp-Schiebeluk verschlossen. Es ermöglicht den Dachausschnitt über den halben Abstand Mastfuß-Rückwand hinaus größer zu machen, ohne dass die geöffnete Klappe stört. Da meine Kajüte wie gesagt etwas länger ist, kann ich unterwegs die hinter Hälfte der Luke nach vorne schieben und habe einen ausreichenden Einstieg. Abends werden dann beide Lukenhälften zusammen nach vorne geklappt und es entsteht eine Öffnung, die es zumindest dort wo der Kabinenboden eben ist, ermöglicht, aufrecht zu stehen. Darüber passt dann ein kleines, schnell aufbaubares Zeltdach. Damit können wir zu zweit auch ohne ein kunstvolles Hauszelt über dem Cockpit leben.

   

Kajütaufbau mit „abgeschrägten Ecken“, noch ohne Fensterausschnitte

Schwerteinbau


Das Schwert hat zusätzlich zu seiner Lagerung noch im Bleiballast etwa in Höhe des Schwerpunktes eine Querbohrung. Dort kann eine Achse durchgesteckt und das Schwert in einem einfachen, fahrbaren Holzgestell unter den Bootsrumpf geschoben werden. (Außerdem könnte in diesem Loch auch notfalls eine Art Hilfsaufholer befestigt und durch den Schwertkasten nach oben geführt werden, falls die normale Mechanik mal kaputtgeht.) Zum Einbau wird der Hellingswagen samt Boot mit einem kleinen Wagenheber wechselweise vorne und hinten angehoben und mit Gehwegplatten unterlegt, bis das Schwert von hinten schräg in den Schlitz eingeschoben werden kann. Ich habe leider keine Möglichkeit, das Schwert probeweise weiter auszuschwenken als diese Einbauposition, aber es lässt sich problemlos und wie vorgesehen bewegen. So denke ich, dass es wohl funktionieren wird.

 

 

Ruder und Materialaufwand


Die Bedarfsangaben aus der Bauanleitung hatte ich großzügig auf die verfügbaren Materialformate übertragen und aufgerundet. Außerdem hatte ich darüber hinaus jeweils mindestens 10-15% mehr gekauft. Trotzdem zeigt sich jetzt die gegenüber der Originalauslegung offenbar deutlich aufwändigere Gestaltung der Staufächer usw. und die stellenweise Abkehr von der radikalen Jüs’schen Leichtbauweise. Obwohl es erstaunlich wenig Verschnitt gab und auch keine fehlgefertigten Teile mehrfach zugeschnitten werden mussten, sind nur noch ein paar kleinformatige Brettchen und Leisten vorhanden. Daher wird das Ruderblatt in GFE auf Hartschaumkern (doch wieder Leichtbauweise) ausgeführt und die Kojenbretter aus AW100 Birkensperrholz.

Für alle Aluminiumbauteile nehme ich, was gerade passt und am einfachsten zu beschaffen ist. Für meinen Einsatzbereich müsste das reichen. Je nachdem, wie stark und schnell die Korrosion tatsächlich ist, kann ich immer noch sehen, ob ich das Teil dann einfach durch ein neues ersetze oder nach besserem Material suche.

Pinne, Pinnenausleger, Bootshaken sind Werkzeugstiele aus dem Gartenmarkt. 

Innenausbau


Da der zur Verfügung stehende Raum nur etwa einem kleinen Zweimannzelt entspricht, sind der Inneneinrichtung enge Grenzen gesetzt. Im Gegensatz zum Zelt ermöglichen entsprechend geteilte Kojenbretter und Matratzen jedoch, aus der 205 cm langen Liegefläche zwei Sitzplätze mit Rückenlehnen zu machen.

Die Innenbeleuchtung  besteht aus zwei fest eingebauten Deckenlampen mit  weißen Leuchtdioden. Fest eingebaute Lampen müssen sein. Es ist schon beim Ausbau unheimlich lästig, in der engen Kajüte mit einer Lampe zu hantieren. Die Diodenbeleuchtung ist zwar im Vergleich mit Halogenlampen ein bisschen schummrig aber dafür reichen zum Betrieb auch Taschenlampenbatterien. Alles in allem ist es im Vergleich zur noch engeren und oft recht spartanisch ausgeführten Original-Diabolokajüte schon richtig wohnlich.

 

Trailer


Das immer weiter zunehmende Baugewicht lässt den Hellingswagen zunehmend x-beinig und plattfüssig aussehen. Es erscheint unmöglich, das Boot darauf zum probeweisen Aufstellen des Riggs  aus der Garage und wieder zurück zu bekommen. Daher kommt das Boot schnellstmöglich auf den Trailer. Dazu kommen wieder Wagenheber und Gehwegplatten zu Einsatz. Bei Erreichen der nötigen Höhe wird das ganze Boot einfach an vier Ketten an die Decke gehängt und der Unterbau weggenommen. Dann wird der Trailer darunter geschoben. Seine vier Rumpfauflager mit Spindelstützen werden so weit hochgedreht bis, bis die Aufhängungen entlastet sind, und nach dem Aushängen wird der Rumpf in die normale Transportlage runtergeschraubt. Damit ist das Arbeiten zwar etwas unbequemer geworden (der Boden 15 cm weiter weg, die Decke 15 cm näher am Kopf) aber als das Boot im Freien steht und das erste Mal der Mast drauf ist, sieht es schon fast fertig aus.
 
Links: Mast /  Mitte: „schwebender“ Diabolo /  Rechts: Gehwegplatten

Die Komplettierung und die Registration sowie die erste Probefahrt rücken also in greifbare Nähe.

 

Die Fertigstellung

Bei der Probefahrt auf dem Neckar in Plochingen ohne Kajütausstattung und fest eingebauten Cockpitboden und  zeigten sich keine Undichtheiten oder unerwartete Schwierigkeiten. Die restlichen Arbeiten sind aber doch noch recht mühselig und zeitaufwändig. Vor allem der Innenanstrich der Kajüte erfordert gewisse akrobatische Fähigkeiten damit man bei Ein.-und Aussteigen nirgends an den frisch gestrichenen Flächen klebenbleibt.

Da unser Trailer rechtgroßzügig dimensioniert ist, bietet es sich an, den Mast unter dem Rumpf seitlich am Kielstummel vorbei  zu platzieren. Das hat den Vorteil, dass die Gesamthöhe nicht größer wird und das Boot auch im transportfertigen Zustand durchs Garagentor passt. Außerdem wird der Einstieg in die Kajüte bei Übernachtungen auf der Anreise damit bequemer.

 

Überarbeitungen und Optimierungen

Es zeigte sich, dass das Cockpit etwas sportlicher und nasser war, als gewünscht.

Durch die Klappdeckel des Schwertkastens und die großzügig dimensionierten Öffnungen für die Auf- und Niederholer sprudelte während der Fahrt reichlich Wasser ins Cockpit und auch die Kajüte blieb nicht völlig trocken. Unter dem vorderen Klappdeckel innen wurde einfach noch eine zusätzliche Abdeckplatte aus Plexiglas eingelegt und mit Isolierband dicht verklebt. So kann die Mechanik mit einem kurzen Blick kontrolliert werden und die Platte ist bei Bedarf schnell abgenommen. Die Leinenöffnungen wurden auf das Minimum verkleinert. Zusätzlich wird das Tropfwasser über integrierte Auffangbehälter und unauffällig verlegte Schläuche durch den Heckspiegel abgeleitet.

Lästig war auch, dass in Schräglage die hinteren Ecken der Stauräume unter den Cockpitbänken unterhalb der Lenzöffnungen lagen. Das Wasser verschwand also im Stauraum anstatt nach außenbords. Also wurde der Stauraumboden in diesen Bereichen entsprechend angehoben.


Nach und nach wurde auch die bereits teilweise vorinstallierte Elektrik komplettiert. Die erste Anschaffung war ein LED-Ankerlicht mit BSH-Zulassung. Dies lässt sich problemlos einige Nächte mit den zur Stromversorgung genutzten Taschenlampenbatterien betreiben. Der zweite Schritt war aber dann doch eine wartungsfreie, dichte 24 Ah-Bleibatterie, die aus der Ladespule des Motors nachgeladen wird. Damit braucht man sich um die Lichtversorgung überhaupt keine Gedanken mehr zu machen. Das ist auch ausreichend um, zusammen mit einem kleinen Wechselrichter, unabhängig von Landstrom kleinere Elektrogeräte wie Digitalkamera, Mobiltelefon oder Laptop wieder aufzuladen.

 

Peter Zweigle

 

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