Planung und Anreise

Schon einige Zeit planten wir mehr oder weniger intensiv, einen Segelurlaub auf der finnischen Saimaa-Seenplatte zu verbringen.

Im Juni 2012 machten wir uns dann auf den Weg nach Finnland.

Dieser Bericht soll einen kleinen Eindruck von unserem Törn vermitteln. Dabei möchte ich hauptsächlich auf die „nautischen“ Seiten und Besonderheiten eingehen und natürlich mit vielen Bildern Lust auf das schöne Segelrevier machen. Unsere Beobachtungen zu Land und Leuten kommen in unserem ausführlicheren Törnbericht in der Teufelspost Nr. 46 zu ihrem Recht.

Wir fuhren an Fronleichnam los und waren im Ganzen 22 Tage unterwegs. Die Überfahrt von Travemünde dauert 27 Stunden. Dazu kommen neben der Anfahrt in Deutschland noch etwa 300 km Autofahrt von Helsinki aus nach Nordosten. Der Talkrabb war von Samstag bis zum Sonntag des übernächsten Wochenendes im Wasser. Für Helsinki hatten wir 1 ½ Tage eingeplant vor der Rückfahrt mit der Fähre nach Travemünde.

 

Einwassern und Infrastuktur

Wir begannen unseren Segeltörn in Puumala. Der Ort bietet sowohl von der Lage etwa in der Mitte unseres geplanten Urlaubsgebiets als auch von den Einrichtungen wie Einkaufsgelegenheiten usw. ideale Voraussetzungen. Möglichkeiten zum Einslippen gibt es aber fast überall und genug Platz zum Abstellen des Trailers ist auch nirgends ein Problem.

Ortschaften mit Einkaufsmöglichkeiten sind dünn gesät. Man sollte also bei jeder Gelegenheit seine Vorräte auffüllen, um bei der Törnplanung unabhängig zu bleiben.

 

Navigation

Die finnischen Karten sind genau und zuverlässig. Der Kartensatz „Merikarttasarja L“ Lappeenranta – Savonlinna deckte unser ganzes Fahrtgebiet ab und wurde auch bis in fast alle Ecken abgeklappert. Alle Fahrwasser und Ansteuerungen sind sehr gut ausgetonnt. Selbst Fahrrinnen zu Campingplatz-Anlegern sind meist ausgesteckt. Die Tonnen haben keine Toppzeichen und die Untiefentonnen sind meist Schwarz-Weiss, statt, wie gewohnt, Schwarz-Gelb. Nur auf den ganz großen Wasserflächen und an trüben Tagen ist ein Kompass oder GPS nützlich, um die Richtung zu halten. Sonst sind immer genug natürliche oder künstliche Ansteuermarken oder Tonnen in Sicht. Die Missweisung ist mit etwa 10° erheblich.

Ein eher merkwürdiges als wirklich wichtiges Phänomen ist die an ein paar Stellen vorhandene magnetische Anomalie. Es ist interessant, zu beobachten, wie die Missweisung nach und nach auf gut 20° ansteigt, um nach wenigen Seemeilen wieder auf den normalen Wert zurückzugehen.

 

Wetter

Es herrschte Frühsommerwetter. Meist schön mit bis zu über 25°C, aber auch gelegentlich regnerisch und knapp 15°C kühl. Der See ist im Juni noch recht frisch, lockt aber bei fast endlosen Sonnenstunden trotzdem zum Bade.

Wahrscheinlich sind wir die einzigen, die noch ohne Smartphone unterwegs sind. So war die Wetterprognose eine kleine Herausforderung. NDR ist natürlich nicht zu empfangen und mangels Funk (oder Finnischkenntnissen) bleibt nur das Wetter-SMS. Leider gibt es das nur für die weit entfernten Gebiete Finnischer Meerbusen und Alands und ist daher kaum nützlich. Wenigstens konnten wir uns daran erfreuen, dass die Alandinseln inmitten der frühjahrskalten Ostsee oft mit nur einstelligen Tagestemperaturen leben müssen, während wir uns im wärmsten Gebiet Finnlands befanden. Die klassische Methode mit Barometer und Beobachtung von Wolken und Windänderungen kam also wieder zu Ehren.

 

Anlegen

Trotz der flächendeckend vorhandenen Wochenendhäuser war es kein Problem, einen Ankerplatz für die Nacht zu finden. Felsen oder Kiesstrand ermöglichen es, vom Boot an Land zu kommen. Dabei muss man natürlich sorgfältig nach unter der Wasseroberfläche liegenden Steinbrocken Ausguck halten. Das ist gar nicht so einfach, wenn man einen gegen Westwind geschützten Platz ansteuert. Durch die bis zum späten Abend flach einstrahlende Sonne ist im Wasser fast nichts zu sehen, bevor man sich im Baum- oder Felsschatten befindet.

Yachthäfen gibt es in allen Ortschaften. Die Gastliegeplätze sind vor Sommersonnwende praktisch leer und danach auch nicht voll. Eine Übernachtung kostet vor Sonnwende etwa 13 € und danach etwas mehr.

 

Urlaubsgefühl

Ich hoffe, die folgenden Bilder können etwas davon vermitteln.

Peter Zweigle

 

 Holzflöße sind auf dem Saimaa nur noch selten zu sehen                                 Die Stechmücken sind zumindest im Juni nicht so schlimm,                                                                                                                                                 trotzdem ist das Mückennetz über dem Niedergang unentbehrlich

     

Die für den Tag benötigten Kartenblätter                                                                                         Ausflugsdampfer in Savonlinna

kommen in die Kartentasche

 

 Die bekannte Burg in Savonlinna                                                                                                      Unterwegs weiter nach Nordosten

 

Gelegentlich gibt es automatische Klappbrücken;                                                                         Ruhiger Übernachtungsplatz

man braucht nur an der Schnur zu ziehen

 

 Blick über den Puruvesi                                                                                                                       Ungefähr Mitternacht

 

 Ansteuerung auf die Holzkirche von Kerimäki                                                          Kein Bodennebel, sondern Vorbereitungen für den abendlichen

.                                                                                                                                           Saunagang

 

 

 Ruhiger Morgen                                                                                                                                    Wenn es regnet, dann manchmal richtig

 

 

 Leuchttürmchen und Ansteuermarke                                                                                              Badewetter

 

 Leuchfeuer als Schattenspiel                                                                                                          So weit im Norden sind es eher Juniglöckchen

 

 

 Islandmoos macht die Fortbewegung an Land beschwerlich                                                     Kiesstrand am Suur-Saimaa

 

 

Auf solche Steine muss man aufpassen, zum Glück sind                                                            Sommersonnwende

sie in der Karte zuverlässig verzeichnet

 

 

 Im Yachthafen von Puumala                                                                                                                            Russischer Holzfrachter im Saimaakanal

 

 

 Eisbrecher in Helsinki warten auf den Winter                                                                                Heimreise Helsinki - Travemünde

 

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